Skizzieren im Kontext Mediation

Ein Artikel von Sabine Herold − skizziert von Martina Lauterjung.

Mediation SymbolKonflikte in Geschäfts- und Privatbeziehungen beeinträchtigen unser Zusammenleben. Je länger sie schwelen, desto größer werden ihre negativen Auswirkungen. Hier bietet eine Mediation den beteiligten Parteien Klärung und gegenseitiges Verständnis.

Bei dieser praxisorientierten Verhandlungsmethode wird ein Konflikt durch ein strukturiertes außergerichtliches Verfahren konstruktiv beigelegt.

Mit Hilfe des Mediators, der allparteilich ist, wollen die Konfliktparteien (Medianten) freiwillig zu einer gemeinsamen Lösung kommen, die Ihre Interessen widerspiegelt. Der Mediator trifft keine eigenen Entscheidungen, er ist lediglich für das Verfahren zuständig und mit der Rolle eines Moderators vergleichbar. Er beherrscht den Prozess, aber die unterschiedlichen Parteien sind für den Inhalt verantwortlich. Die Mediation ist ein Verfahren, an dessen Schluss es zu einer gemeinsamen Vereinbarung kommt. Es entspricht nicht einer gerichtlichen Institution.

Vier gute Gründe sprechen für eine Mediation:

  • keine hohen Kosten für Anwälte und GerichtsverfahrenIMG_1292bSparschweinklein

 

 

 

 

  • keine langen Wartezeiten auf einen GerichtsterminPfeilHand

 

 

 

  •  keine Schlagzeilen in der Presse, da die Mediation unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindetIMG_1291bSchweigen

 

 

 

  • Die Lösung des Konflikts wird von allen Beteiligten getragen: Eine Win-Win-Situation − niemand verliert Winner

 

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Ein klassisches Mediationsverfahren führt alle Beteiligten durch sechs Phasen.

Bei besonders zugespitzten Konflikten kann zusätzlich mit dem entschleunigenden Mittel der Visualisierung gearbeitet werden.AusrufezeichenEmogie

In der 1. Phase der Mediation werden Vorbereitungen getroffen und der Mediationsvertrag geschlossen. Die Prinzipien des Verfahrens − Neutralität, Eigenverantwortlichkeit, Freiwilligkeit, Vertraulichkeit und Offenheit − werden vom Mediator erläutert und sind, z.B. als Symbole auf einzelnen Flipcharts, während der Mediation stets präsent. Die Regeln des Umgangs miteinander werden besprochen und der Vertrag (Kosten und Aufgaben) unterschrieben.

Die 2. Phase dreht sich um die Sammlung von bewertungsneutralen Themen, die im Rahmen der Mediation besprochen werden müssen, ohne bereits mit der Klärung anzufangen. Die Medianten sehen auf diese Weise den Konflikt klarer und schenken auch den Themen Beachtung, die außerhalb ihrer eigenen Sichtweise liegen.Liste

In der 3. Phase, der Interessenklärung, werden die tiefer liegenden Interessen und Bedürfnisse hinter den Themen durch die beteiligten Parteien selber sichtbar gemacht. Hier erfahren die Medianten, warum gewisse Dinge für den Einzelnen eine so große Bedeutung haben.

In dieser Phase und auch schon bei der Themensammlung kann das Malen von Bildern Sinn machen, um die subjektive Sicht der Medianten auf den Konflikt zu verdeutlichen. Zwischentöne und Stimmungen werden nonverbal ausgedrückt. Diese Art der Darstellung ist für manche Menschen einfacher, als sich direkt sprachlich auszudrücken.

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Bilder können ebenso zur Darstellung einer langen Konfliktgeschichte genutzt werden, damit der Mediator nicht den Überblick verliert. Höhepunkte, Tiefschläge und Wendepunkte werden nebeneinander dargestellt. Sie geben die Sicht der Medianten auf einen langen Konflikt wieder. An einer Zeitachse angebracht, dienen die Bilder der Übersicht und visualisieren die Vielschichtigkeit des Erlebens.

Die 4. Phase, ist die der kreativen Ideensuche. Jetzt werden von den Konfliktparteien Ideen entwickelt, die für die Lösung des Konfliktes wichtig sein könnten. Die Ideen dürfen zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewertet werden. Es sollen neue Optionen kreiert werden und die Beteiligten müssen sich nicht mit einer vermeintlich “besten” Lösung zufrieden geben.

Das eigentliche Verhandeln erfolgt in der 5. Phase. Verhandeln_0001_NEWJetzt bewerten die Medianten die kreativen Ideen und suchen diejenigen Optionen aus, die ihrer Meinung nach, den Konflikt am besten lösen. Es geht um realisierbare Vorschläge mit denen alle Parteien gut leben können. Wenn verhandelt worden ist, muss das Vereinbarte auf Umsetzung im Alltag geprüft werden. Mögliche Risiken des Lösungsplans sollen erkannt werden.

Hier können Bilder als Frühwarnsystem eingesetzt werden. Die Medianten, angeregt durch Fragen wie “Woran kann der Plan scheitern?”, “Welche Nebeneffekte und Bedenken gibt es?” malen ihre Alarm-Bilder.

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Die Mediationsvereinbarung steht in der 6. Phase im Vordergrund. Eine tragfähige Vereinbarung wird schriftlich formuliert, in der auch die Umsetzung ausgestaltet ist. Häufig ergibt sich aus dieser Phase heraus auch der zukünftige Umgang der Konfliktparteien miteinander. Daher sollte diese Phase angemessen wertgeschätzt werden. Sie besiegelt die Lösung des Konflikts.

Das Mittel der Visualisierung bereichert die bereits vorhandenen Methoden in der Mediation. Bilder überwinden die Barrieren von Sprachlosigkeit, Zorn und unterdrückten Emotionen. Sie dienen zum Verstehen von scheinbar unüberbrückbaren Differenzen und können so für den Mediator und die Medianten von großer Hilfe sein.

Bilder machen es leicht…IMG_1293bleichteWolkeb

 

 

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Als Mediatorin unterstützt Sabine Herold Sie bei der Entwicklung von firmeninternen Win-Win-Lösungen und in der Gestaltung von konfliktfreien b2b-Beziehungen.

Sie ist ausgebildete Trainerin und Mediatorin, studierte Amerikanistik, Anglistik und Geschichte mit dem Abschluss Magister Artium. Sie begann ihre berufliche Laufbahn im Marketing und Vertrieb eines Verlages und einer Werbeagentur. Danach verband Sabine Herold ihr vertriebliches Geschick mit ihrer Begeisterung  für Menschen und ist seit 1994 für Personalberatungs- und Personaldienstleistungsunternehmen tätig.

Aus ihren Erfolgen beim Aufbau von Niederlassungen entwickelte sie ein Konzept, das heute Grundlage Ihres Trainings- und Beratungsunternehmens ist.

Sabine Herold – Training & Consulting

 

Foto Sabine Herold

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In meinem Workshop “Emographie für Mediatoren” lernen Sie, mit einfachen Skizzen Ihre Kommunikation zu erweitern.Klemmbrettfaces_NEW

  • Zahlen und Fakten werden nachvollziehbar, wenn Sie Ihre Eräuterungen durch Skizzen ergänzen.
  • Emotionen bekommen einen Rahmen und können so gewürdigt werden ohne, dass sie den Gesprächsrahmen sprengen.
  • Gegenstände und Objekte werden entpersonalisiert, so das emotionslos über sie gesprochen werden kann.
  • Zeitpläne und Milestones werden attraktiver Bestandteil einer Dokumentation.

Zeichnerischer oder gar künstlerischer Fähigkeiten bedarf es nicht, denn der Gesprächsfluss wird angeregt, wenn die Skizzen spontan und interpretierbar das Gespräch begleiten. So animieren Sie Ihre Klienten, selbst zum Stift zu greifen und ihre Sichtweisen und Wünsche darzustellen.

Dieser Workshop wird nach Ihren Wünschen angeboten. Haben Sie eine Qualifizierungsgruppe oder möchten sich selbst schulen lassen?

Ich freue mich auf Ihre Fragen und erstelle gern ein Angebot.

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