Wie Sie mit Storytelling Ihr Thema am Flipchart präsentieren – ohne Schweißausbrüche!

Wie Sie mit Storytelling Ihr Thema am Flipchart präsentieren – ohne Schweißausbrüche!

Da steht es, das Flipchart, mit dem Sie Ihre Präsentation halten werden. Weiß und unbefleckt. Sie setzen zum ersten Strich an…

… und Sie wissen ganz genau, was jetzt zu tun ist. Denn Sie haben eine Erfolgsformel. Einen Plan. Ein Storytelling Formular.

Es klingt ein bisschen absurd, nach einer Formel zu präsentieren…

Oder!? Ja, diese Formel wurde tatsächlich in den USA erfunden. Hier empfehle ich Sie Ihnen, wenn es darum geht, schnell und leicht Kurzgeschichten zu schreiben. Und ich finde, eine Präsentation hat alle Elemente einer Kurzgeschichte verdient. Von der Einführung der Situation folgen wir dem Präsentierenden über die handelnden Personen und ihr Anliegen, bis hin zur Veränderung und einem guten Schluss.

Einer Drehbuchstruktur zu folgen, klingt da schon raffinierter. Inhaltlich geht es um dasselbe: Wir können es uns mit einer Formel oder Struktur einfach leichter machen.

„Präsentationen brauchen am Flipchart ein Drehbuch – genauso wie Präsentationen mit Beamer und Powerpoint.“

Ich gehe natürlich davon aus, dass Sie souverän Ihr Thema beherrschen. Selbstverständlich kennen Sie viele Details und haben eine Menge Hintergrundwissen dazu.

Ein erster Schritt großer lautet also:

# Ausdünnen heißt verdichten

Ja, es schmerzt manchmal sehr, wenn wir auf Details verzichten sollen, die doch so interessant sind. Aber trägt dieses Detail, diese Hintergrundinformation, diese historische Herleitung wirklich dazu bei, dass Ihr Thema richtig beim Publikum oder den Kollegen ankommt?

Die Frage, die uns zu einem großartigen Vortrag leitet, lautet:

# Was soll nachhaltig im Gedächtnis bleiben?

Ist dieser erste Schritt geschafft, kristallisiert sich heraus, was Sie Sie wirklich sagen möchten!

Hier kommt die ultimative Formel für visualisiertes Storytelling, damit die Botschaft auch ankommt:

A= Action

B= Background

D= Development

C= Climax

E= Ending

# A – Action: Beschreiben Sie die Situation, wie sie ist.

Zeigen Sie, was nicht klappt, wo es hakt, welche Dramen sich entwickeln, weil die Situation so ist, wie sie ist.

Dramatik kann nicht schaden.

Übertreibungen sind dagegen nicht hilfreich, wenn Sie ernst genommen werden wollen von den Menschen, die die Situation kennen. Veränderungsprozesse werden in Gang gebracht, weil es von selbst nicht besser wird und diese Erkenntnis kann manchmal schon reicht, um Widerstände zu lösen.

Dass sich der Handlungsdruck steigert, erkennt jeder aus den „Geschichten“ aus dem wahren Leben.

Hier können Sie auch Menschen zitieren, mit den Sie arbeiten, die sich Ihnen anvertraut und Missstände benannt haben oder einfach mal meckern wollten. Fragen Sie unbedingt, ob Sie den Namen nennen dürfen.

„Zitate mit Namensnennung sind wirkungsvoller als anonyme.“

# B – Background: Beschreiben Sie die Situation, wie sie ist.

Hier darf es etwas trockener werden. Wichtige Hintergründe sollten erläutert werden: Wie kam es dazu? Welche Entwicklung führte dazu? Was wurde schon ausprobiert?

# D – Development: Die Entwicklung wird beschrieben. 

Wo kann angesetzt werden, wer ist beteiligt, welche Rollen werden besetzt, was soll vorbereitet werden? Etc.

# C – Climax: Wie sieht das Ziel aus?  

Was wird erwartet? Welcher Zustand soll erreicht werden?

In der Umsetzung heißt das, dass Sie hier emotional werden dürfen. Menschen, Figuren, Emojis spielen eine große Rolle, wenn Hoffnung und positive Erwartungen kommuniziert werden. Einfache Strichzeichnungen, die den Unterschied zwischen Chaos und Ordnung abbilden, helfen dabei, das Ziel zu verdeutlichen, auf das man gemeinsam hin arbeiten will.

 

„Präsentieren Sie mit Hoffnung aufgeladen, damit die Emotionen die Zuhörer mitnehmen in den Veränderungsprozess.“

# E – Ending: Sie haben einen ganz großen Vorteil am Flipchart: 

Sie haben eine Dokumentation aufgebaut. Fassen Sie Ihr Thema anhand Ihres Flipcharts zusammen.

Benutzen Sie einen Laserpointer, damit Sie nicht um das Flipchart herumlaufen müssen.

Ziehen Sie Kreise oder unterstreichen Sie mit dem Lichtpunkt. Das fokussiert den Blick und setzt wieder ein Highlight, mit dem Sie die Aufmerksamkeit der Zuschauer binden.

# Ein bisschen Show darf sein.

Apropos Show: Die einzelnen Stufen Ihrer Präsentation müssen Sie nicht unbedingt alle vor Ort zeichnen. Mit vorgefertigten Elementen, die Sie mit removable Stick Kleber auf Ihr Flipchart kleben, können Sie in aller Ruhe vorfertigen und bei der nächsten Präsentation wieder verwenden.

Als die Teilnehmer zum Workshop „Storytelling am Flipchart“ kamen, war dieses Flipchart nur mit Rahmen und den beiden Worten oben gestaltet. Sowohl die Großbuchstaben als auch die Erläuterungsschilder waren schon fertig und ich habe sie nach und nach aufgeklebt.

Da ich die Gruppe noch nicht kannte und auf Fragen reagieren können wollte, war die Spalte in der Mitte leer und wurde im Laufe des Impulsvortrags gefüllt. Hier hätte ich noch mehr hinschreiben können, was ich nicht vorbereitet hatte.

Beispiele von Teilnehmern an Workshops finden Sie hier: Link

Was denken Sie über die Formel A-B-D-C-E?

Erleichtert sie die Ausarbeitung oder wird sie zu einem Korsett, dass Sie einschränkt?

Skizze, Icon, Illustration oder Infografik – was, wozu, wie?

Skizze, Icon, Illustration oder Infografik – was, wozu, wie?

Wenn ich mit Kollegen und Auftraggebern über Icons, Illustrationen oder Infografiken spreche, geraten die Definitionen und Worte manchmal durcheinander und wir reden schon mal aneinander vorbei. Die Unterschiede zwischen diesen Grafiktypen sind jedoch leicht erkennbar… wenn ich Beispiele in Zusammenhang mit ihrer Entstehung heranziehe.

Unterschiede zwischen Icon, Illustration und Infografik

In diesem Betrag bemühe ich mich anhand eines Begriffs aus dem Trainingsdesign um Klärung der Unterschiede und Beschreibung der Einsatzbereiche. 

Ein konkretes Beispiel aus der Realität macht es mir leichter Icons, Illustrationen und Infografiken zu beschreiben. Gerade habe ich die Illustrationen für Anna Langheiters Buch „Trainingsdesign“ abgeschlossen und da bietet es sich an, ein Motiv daraus zu nehmen.

Wie gehe ich also vor, wenn ich etwas visualisieren möchte?

Im ersten Schritt frage ich mich, ob ich den Begriff wirklich verstanden habe. Selbst wenn ich glaube, mich im Thema auszukennen, machen Rückfragen immer Sinn. Das spart Zeit, Energie und vermeidet nicht zuletzt eine Menge Frust!

Fragen sparen Zeit, Energie und Frust.

Da die Erläuterung oder Beschreibung immer ein Gesamtbild erschafft, fällt es mir leichter hier ganze Szene zu zeichnen. Ergebnis ist dann eine Skizze, die vielleicht auch schon eine Illustration ist.

Anna Langheiter beschreibt in ihrem Buch auch das Vorgehen und Verhalten des Trainers während einer Fortbildung. From the back-of-the-room ist genau das, was besagt, dass die Teilnehmer sich selbst organisieren und in Gruppen oder allein arbeiten. Der Trainer beobachtet und achtet auf die Zeit.

Wir sehen hier die Situation des Trainings-from-the-back-of-the-room 3dimensional vor uns.

Da das Bild in schwarz-weiß erscheinen wird, nutze ich nur schwarze Linien und eine Bleistiftschraffur. Es ist also eine klassische Illustration. Ich halte mich dabei gern an mein Motto „Soviel wie nötig und so wenig wie möglich.“

Im Buch „Trainingsdesign“ werden die Kapitel häufig mit kurzen Zusammenfassungen abgeschlossen. Hilfreiche Informationen, die jedoch den Rahmen des Fließtextes sprengen würden, finden in separaten Kästen ihren Platz. Um die Orientierung im Buch zu erleichtern, damit wir als Leser diese Textstellen schneller finden, was wir suchen, sind diese Kästen mit unterschiedlichen Icons gekennzeichnet.

 

Icons sind nichts anderes als Symbole. 

Warum sich dieser Begriff  für funktionelle Symbole etabliert hat, kann ich Ihnen nicht sagen. Vielleicht klingt es besser? Ich freue mich, wenn jemand eine Erklärung hat und sie mir schreibt!

Das Icon ist die optisch kleinste Einheit im Buch. Das heißt, ich untersuche die Illustration auf den Kern der Aussage hin. Back-of-the-room erzeugt sofort ein Bild. Doch es muss auch in einem kleinen Format zu erkennen sein. Symbole oder Icons werden leicht in ihrem “natürlichen Lebensraum” erkannt, also immer dann, wenn ich den Kontext habe und verstehe. Doch wenn ich ein Buch schnell durchblättere, soll das Prägnante kleine Bild schnell zu finden sein, ohne dass ich den ganzen Text durchlese.

Hier meine Varianten. Da ich da Buch noch nicht in der letzten Fassung gesehen habe, weiß ich gar nicht, was sich dort befinden wird.

Das Bild wurde aller unnötigen Details beraubt und Tusche-Linien liefern das kontrastreiche Bild einer Grafik, die stark verkleinert dennoch funktioniert.

Farbig und mit einfachen Formen sieht das dann so aus.

Im letzten Schritt zeichnete ich das illustrative Bild noch einmal als Infografik. Farbe darf hier zum Einsatz kommen. Geometrische Formen lockere ich gern mit lebhafter Formen auf.

Dass ich eine große Verfechterin individueller Zeichnungen bin, wissen meine Teilnehmer*innen aus meinen Workshops. Ich ermutige immer, dem eigenen persönlichen Stil zu folgen. Man kann auch sagen: „Es ist eben Geschmacksache!“

Kleine Bewegungen machen Ihre Zuschauer neugierig. Hier bwegen sich nur die Augen des Trainers und die Fläche der Uhr.

Infografiken bestehen immer aus mindestens vier Elementen

Infografiken bestehen aus

  • der Überschrift,
  • einem Bild mit wichtigen Details,
  • Zahlen oder
  • einer Legende, die die Bedeutung der Zahlen kommunizieren

oder aus Pfeillinien an den Details als Ersatz für Legende.

Wenn Zahlen und Daten veranschaulicht werden sollen, kommen noch diverse Aufbereitungen dieser Werte in eine solche Infografik.

Wie bereits erwähnt, ist es mir wichtig, alle Details des Themas kennen gelernt zu haben. Durch die unterschiedlichen Darstellungsformen kann ich leicht noch unklare Punkte identifizieren. Beispielsweise bei Lebensläufen, Zyklen und Prozessen fällt sofort auf, wenn es an etwas fehlt oder Dinge falsch sichtbar werden.

Wenn Sie das Thema interessiert, dann empfehle ich Ihnen mit dem eigenen Ausbildungs- oder Lebensweg anzufangen. Hier sind Sie Experte und kommen ins Tun.

Viel Spaß und Erfolg dabei! Wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung für sich persönlich oder Ihr Team suchen, wissen Sie wo Sie mich erreichen.

Bis bald

Ihre Martina Lauterjung

Zeichne nicht, was du gerne siehst: Skizziere, was deine Zuhörer im Vortrag erkennen!

Zeichne nicht, was du gerne siehst: Skizziere, was deine Zuhörer im Vortrag erkennen!

 

Skizzieren heißt, eine zusätzliche Sprache in die Kommunikation einfließen zu lassen.

Eine zusätzliche Sprache erfordert, Vokabeln zu lernen, zu trainieren – und mit Freude anzuwenden.

Doch wo setze ich an, wo soll es beginnen, dieses Spiel mit Elementen, die meine Präsentation attraktiv macht?

Hast du ein eigenes System? Dann teile es mit uns!


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Natürlich und selbstverständlich mit dem Inhalt! Ich untersuche den Inhalt nach Bildern, die mir von der Sprache vor die Füße gelegt werden. Während der Ausarbeitung eines Vortrages stecke ich so tief in der Materie, dass mir Metaphern, die ich selbst gerade nutze, nicht auffallen. Also muss ich sie hinterher aufmerksam lesen.

1. Schritt also: aus der reinen Lesersicht den eigenen Text durchschauen und nach bildsprachlichen Elementen scannen!

Wenn ich Bildelemente gefunden habe, lege ich eine kleine Skizzensammlung von weiteren Symbolen an, die mir zu passen scheinen. Ganz unabhängig davon, ob ich schon Bilder gefunden habe. Mehr ist immer besser. Diese Blätter dienen mir für spätere Aufgaben als Inspirationsquelle!

2. Tipp: Den Text ausdrucken mit einem breiteren Rand als normal – ca. 4 cm reichen mir. Die Skizzen setze ich kurzerhand direkt neben den Text.

Ich lege den Text zur Seite und mache mir Gedanken über die Zuhörer. Wer sitzt vor mir? Was für einen Nutzen wollen die Zuhörer aus dem Vortrag ziehen? Sehr häufig fallen mir in diesem Schritt noch mehr Bilder ein.

3. Ich scanne die Symbole, ob meine Zuhörer wirklich verstehen, was ich sagen will. Oder können die Bilder falsch interpretiert werden, oder sind sie für diese Zuhörerschaft zu trivial? Ich entscheide mich dafür und dagegen.

Hier teilt sich die Arbeit an dem Vortrag in 2 Wege

Weg A: Ich skizziere die Elemente, die meinen Vortag für meine Zuhörer interessant und seinen Inhalt verständlich und erhellend machen. Entweder geschieht dies am Tablet oder auf DIN-A4 oder direkt auf dem Flipchart. Je nach Präsentationssituation.

 

Weg B: Ich suche nach einem gemeinsamen Grundgedanken, der die Symbole verbindet. Sind es alles Symbole aus der Natur, aus der Technik, aus Situationen etc.? Ergibt sich vielleicht eine verbindende Metapher?

Ist das der Fall, füge ich neue Symbole hinzu. Oder ich richte die eine oder andere Formulierung im Vortrag neu aus. »»» Ohne ihren Sinn zu verfälschen!

Um das Thema zu erläutern, greife ich hier zu einem Beispiel: Auf Seite 18 meines Buches Das Skizzier-Buch für Trainer, Berater und Coaches.

Silvia Ziolkowski schreibt darin:

„Kleine, gehbare Schritte – gepaart mit Kontinuität – sind das Erfolgsrezept der Gewinner.“

Gehbare Schritte:

Schuhe, Füße, Footprints, Schuhabdrücke. Nackte Füße passen vielleicht nicht, Schuhe sind mir vielleicht zu aufwändig…

 

 

 

Kontinuität:

Rhythmus, Struktur, Pflastersteine, gleichmäßige Stufen. Für ein Querformat (Beamer) passt auf ebenes Gelände Plaster, für ein Hochformat (Flipchart) bieten sich Stufen oder ein Bergweg in sanften Serpentinen an…

 

Geschwindigkeit und Richtung:

Streifen an Schuhen und Füßen, o.ä.

Gewinner:

Zielfahne, Zielbogen, Ziellinie, Berggipfelkreuz.

 

… und so sieht das in meinem persönlichen Skizzenbuch für Trainer, Berater + Coaches aus.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare und bitte Sie, Ihre persönlichen Erfahrungen mit uns zu teilen!

Das Skizzier-Buch für Trainer, Berater und Coaches erhalten Sie bei mir direkt mit einer kleiner Zeichnung. Es kostet 20,00 € netto – also 21,40 € brutto. Eine kurze E-Mail mit Ihrer Adresse und ich mache mich frisch ans Werk.